Farbratten

Säugedauer: die Säugedauer beträgt ca. 21 Tage, dann wird auch feste Nahrung genommen. Falls kein neuer Wurf da ist, kann man die Springer, wie sie dann genannt werden, auch noch einige Tage an der Zitze sehen.

Ist das Männchen ständig bei den Weibchen, können sie direkt nach dem Wurf wieder gedeckt werden.

Allgemeines

Die Ratten gehören zu den Mäuseartigen ( Muridae) innerhalb der Gruppe der Säugetiere. Die Hausratte bzw. die Laborratte gehört wie auch die Mäuse zu den vermehrungsfreudigen Tieren und sind als Futtertiere für die größer werdenden Schlangenarten sehr interessant. Die Ratten sind in Ihrer Art doch recht putzig, und es fällt so manchem Terrarianer schwer, sie zu verfüttern.Ratten werden bis zu 60 cm lang, wovon die Hälfte auf den Schwanz fällt. Das Durchschnittsgewicht derRatten liegt bei 300 – 600 g. Ratten gibt es auch in allen Braun- Schwarz und Weiß- und Silberschattierungen.

Im Laufe der Geschichte hat die Ratte immer wieder zu verheerenden Epidemien beigetragen, da sie im Mittelalter immer wieder als Pestüberträger fungierte. Seit dieser Zeit ist die Ratte im Allgemeinen kein gern gesehener Gast. Es ist aber auch hier wie bei vielen anderen Tierarten, es gibt Leute, die lieben sie, es gibt aber auch welche, die sich vor ihnen ekeln.

Die Hausratte zählt zu den Kulturfolgern, die sich immer wieder bei dem Menschen eingenistet hat. Da die Häuser aber immer weniger Schlupflöcher aufweisen, können die Tiere nicht mehr auf Dachböden oder in Schuppen eindringen und die Folge davon ist, dass die Hausratte fast schon vom Aussterben bedroht ist. Anders sieht es bei den Wanderratten aus. Sie sind ebenfalls Kulturfolger, die aber auch mit der feuchten Umgebung einer Kanalisation bestens zurechtkommen. Hier herrschen paradiesische Zustände für sie, was sie auch mit einer dementsprechenden Vermehrungsrate quittieren.

Ratten sind im Allgemeinen Allesfresser, wobei die Hausratte eher pflanzliche Kost bevorzugt. Sie leben in Sippen mit einem komplexen Sozialverhalten. Man spricht ihnen auch eine gewisse Schläue zu, die bei näherer Betrachtung auch zu sehen ist. Es sind sehr vorsichtige Tiere, die an neues Futter z.B. nur sehr zögerlich herangehen. Oft schicken sie erste die jüngeren Tiere vor und wenn denen nichts passiert, werden die Älteren auch davon fressen.

Bevor man sich Ratten anschafft, sollte man sich Gedanken über die Unterbringung und die Vermehrungsrate machen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Käfig nicht groß genug sein kann. Je größer desto besser und vor allen Dingen muss er trocken sein. Ratten lieben es weder zu warm noch zu kalt und Zugluft ist unter allen Umständen zu vermeiden. Temperaturen zwischen 18 und 21 °C sind ideal. Die Lichtintensität sollte ebenfalls nicht zu hoch sein. Auch hier sollte man immer bedenken, dass Futtertiere keine Tiere zweiter Klasse sind. Sie haben auch ihre Bedürfnisse, die unter allen Umständen zu Verfügung gestellt werden müssen. Als Einstreu kann man das handelsübliche Kleintier Einstreu verwenden, welches man in einer Schicht von 4-5 cm einstreuen sollte. So kann auch ein wenig gewühlt und gegraben werden. Eine Handvoll Stroh kann ebenfalls nicht schaden. Ein Häuschen ist nicht unbedingt nötig, wird aber gerne angenommen. Ein Futtertrog und eine Wasserflasche machen die Einrichtung komplett. Von Wasserschalen muss ich abraten, das das Wasser darin nicht lange sauber bleibt. Die Geruchsbelästigung ist bei Ratten nicht ganz so schlimm wie bei Farbmäusen, aber eine regelmäßige Käfigreinigung ist unerlässlich.

Käfig

Allgemein kann man sagen, je größer, desto besser. Die Unterbringung kann in unterschiedlichen Behältnissen stattfinden. Es werden u.a. die handelsüblichen Käfige benutzt, die auch für eine kleine Zucht anzuraten sind. Sie haben alles, um den Bedürfnissen der Ratten gerecht zu werden, wenn sie groß genug sind. Ebenfalls werden im Handel die sogenannten Makrolonboxen angeboten, die speziell für die Laborhaltung der Mäuse konstruiert sind.Sie sind in unterschiedlichen Größen zu bekommen, haben einen Deckel aus Edelstahl mit einer Einbuchtung für die Tränkeflasche und für Pressfutter. Diese Boxen sind sehr handlich und dadurch auch leicht zu reinigen. Sie sind für kleine Zuchten, wie auch für größere zu verwenden. Eine weitere Möglichkeit für eine größere Zuchtanlage besteht darin, sich ein Grundgestell aus Holz zu bauen und Plastikwannen wie Schubladen anzubringen. Da der Maschendraht im Gestell angebracht ist, entfällt der Deckel der Wanne und sie ist sehr einfach zu bedienen. Die Wasserversorgung erfolgt über einen Sammelbehälter und Schlauchleitungen an die vorne ein Metallrohr über den Schlauch geschoben und ein Tränkenippel angebracht wird. Das Metallrohr verhindert, dass die Mäuse die Schlauchleitung annagen. Der Tränkenippel ist so ausgestattet, dass bei Berührung durch die Maus ein Wassertropfen herauskommt. Diese Anlage ist sehr bedienerfreundlich. Durch die einfache Handhabung und wenig Wartungsaufwand kann man sich ganz auf die Pflege der Tiere konzentrieren.

Futter

Das Futter für unsere Ratten sollte nach Möglichkeit sehr abwechslungsreich sein. Hier bietet die Futtermittelhandlung in der Regel ein reichhaltiges Angebot. Wichtig für ein ausgewogenes Futter ist ein Anteil von Samen und Körnern von über 50 %. Als Grundmischung kann man Kaninchenfuttter nehmen. Dieser Grundmischung sollte man noch einige Sonnenblumenkerne, Getreidesorten, vor allem Hafer und Kürbiskerne beimischen. Die Getreidesorten kann man in der natürlichen Form, wie auch als Haferflocken oder Nudeln beigeben. Aufpassen sollte man aber bei allen Körnern, die einen hohen Fettanteil besitzen. Hier muss die Beigabe wohl dosiert sein, da unsere Ratten sonst zu fett werden und fette Ratten können krank werden. Daneben ist auch die eine oder andere Gemüsebeigabe sehr willkommen. Im Sommer kann man auch selber einige Kräuter pflücken gehen, etwas Gras oder Löwenzahn ist auch willkommen. Als letzten Aspekt möchte ich auf die Versorgung von tierischem Eiweiß hinweisen. Ratten brauchen auch etwas tierisches Eiweiß. Ansonsten ist die Versuchung groß, die eigenen Jungen aufzufressen. Die Proteinversorgung kann am einfachsten über die Zugabe von Trockenfutter für Hunde oder Katzen erfolgen. Unbedingt zu achten ist darauf, dass das Futter kein Taurin enthält, und beide Sorten nicht zu viel Fett beinhalten.

Einfacher ist es, mit sogenannten Pellets zu füttern. Das ist gepresstes Futter für Mäuse und Ratten, welches im Futtermittelhandel zu haben ist. Hier ist alles in einem ausgewogenen Verhältnis gemischt und verpresst. Sind die Nager von Klein an an dieses Futter gewöhnt, gibt es keinerlei Probleme, dass sie dieses Futter verschmähen. Lässt man ihnen die Wahl zwischen Getreidekörnern und Samen und dem Pressfutter, liegt die Vorliebe ganz eindeutig bei den Körnern und Samen. Hierbei muss man aber wie oben schon erwähnt, ein ausgewogenes Verhältnis zusammenstellen, so dass alle Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und Eiweiß in einem optimalen Verhältnis vorliegen. Dieses ist bei dem Pressfutter schon von Hersteller berücksichtigt.

Vermehrung

Die Farbratten sind ab der 5. – 8 Woche geschlechtsreif. Falls man keinen Nachwuchs haben möchte, sind die spätestens jetzt nach Geschlechtern zu trennen. Ab jetzt sind sie alle 4-5 Tage für 12 – 14 Stunden empfängnisbereit. Der Urogenitaltrackt der weiblichen Ratte beinhaltet After, Scheidenausgang und Harnröhre. Diese Harnröhre kann bei der Geschlechtsbestimmung zu Verwechselungen führen. Im Unterschied zu den Männchen liegen die Harnröhre und der Scheidenausgang jedoch dichter beieinander und man kann meistens in diesem Alter schon die Zitzen erkennen.

Bei den männlichen Mäusen sind wie gesagt der After und die Harnröhre (Penis) weiter auseinander. Da männliche Tiere die Hoden einziehen können, ist dieses kein sicheres Unterscheidungsmerkmal.

Will man jetzt eine Gruppe von Tieren zusammenstellen, ist dieses einfacher als bei Mäusen. Sie haben zwar auch einen sehr empfindlichen Geruchssinn, sind aber nicht ganz so territorial. Man kann ohne weiteres Tiere aus verschiedenen Käfigen zusammensetzen, ohne dass es gleich Zoff gibt. Auch habe ich schon versehentlich zwei Männchen in der Gruppe gehabt, ohne besondere Streitereien. Sie markieren ihr Revier nicht so intensiv, wie es bei Mäusen der Fall ist. Die Familienmitglieder werden vornehmlich am Geruch identifiziert. Hilfreich ist es bei einer Umsetzung eines Tieres in eine andere Gruppe, dass man die Tiere in einen neuen Käfig setzt, und die Tiere mit einem anderen Geruch versieht. Dieses kann mit Parfum gemacht werden. Da diese künstlichen Gerüche aber fast alle auch Alkohol und andere chemischen Bestandteile enthalten, bevorzuge ich das Gewürz Maggi aus der Küche. Einige Tropfen dieses Gewürzmittels auf das Fell lässt alle Ratten wieder gleich riechen und zu einer Gruppe gehören. Eine Rattengruppe sollte aus 1.3 – 1.5 Tieren bestehen, d.h. ein Männchen mit 3 – 5 Weibchen. Zwei Männchen sollte man nicht in der Gruppe belassen.

Da Ratten sehr soziale Tiere sind, darf man die Tiere nicht alleine in einem Käfig halten. Wenn man keinen Nachwuchs mehr möchte, kann man die Weibchen zusammen in einer Gruppe halten. Männchen können ebenfalls in einer Gruppe zusammen gesetzt werden.

Lässt man das Männchen immer bei der Gruppe, werden die Weibchen ständig gedeckt, d.h. der vorherige Wurf ist noch nicht ganz selbständig, da wirft das Weibchen schon wieder die nächsten Jungen. Abhilfe kann man schaffen, indem man 2 Kästen mit Weibchen hat, und das Männchen alle 3 Wochen in einen anderen Kasten setzt. So haben die Weibchen immer eine Pause zwischen den Würfen. Die Anzahl der Würfe in einem Jahr wirkt sich erheblich auf das Lebensalter einer Ratte aus. Wird sie ständig wieder neu gedeckt, wird man sie höchstens 1,5 Jahre lang für die Zucht einsetzen können. Danach geht die Wurfgröße drastisch zurück. Dann wird sie kaum mehr als 2 – 6 Jungtiere werfen können.