Königspython - Aufzucht

Sind die kleinen Königspythons geschlüpft, werden sie in einzelne Behälter überführt. Hier benutze ich Kunststoffboxen, die ich mit Küchenpapier auslege und anfeuchte. Jungschlangen sollten immer etwas feuchter gehalten werden. Dazu kommt noch ein Wassergefäß und eine Versteckmöglichkeit (Wet-Box). So werden die Kleinen bei ca. 30 ° C  in den ersten Wochen gehalten. Nach einigen Wochen  senke ich die Nachttemperatur etwas ab. Gefüttert werden die Jungschlangen erst nach der ersten Häutung die nach 10 bis 15 Tagen stattfindet. Vorher werden die Kleinen kaum Nahrung aufnehmen. Danach sollte man versuchen, den Tieren eine aufgetaute oder frisch getötete Springermaus anzubieten. Viele werden sofort fressen, aber bei einigen wird es zum Geduldspiel.
Hier sollte man aber nicht verzweifeln und mit Ruhe an die Sache gehen. In der Regel werden die Kleinen nach einigen Versuchen auch fressen. Sie müssen erst einmal die Scheu vor der Maus überwinden und das Zupacken und das Fressen lernen. Lassen Sie ihnen Zeit dazu. Gefüttert wird dann alle 5 – 7 Tage eine kleine Maus.

Die Maus sollte bei Königspythons immer etwas kleiner als der  Durchmesser der Schlange entsprechen. Das kann als Anhaltspunkt dienen und damit kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Verträglicher für die Schlange sind auf alle Fälle lieber zwei kleine Mäuse, als eine zu Große. In der Regel sind die Königspythons im Gegensatz zu manch anderer Schlange recht gut ans Futter zu bekommen. Auch gibt es in der Regel kaum Probleme damit, dass die Kleinen die Futtertiere nach einigen Tagen wieder herauswürgen (Regurgitationssyndrom).
Anders kann es sich aber bei gekauften Jungtieren aus Afrika darstellen. Bei Farmzuchten, die oft nicht auseichend ans Futter gewöhnt sind, danach per LKW zum nächsten Flughafen gebracht und per Luftfracht in alle Herren Länder verschickt werden, lange Zeit in überhitzten Kisten ohne Wasser verbringen müssen, sieht die Sachlage schon etwas anders aus. Hier hört man noch sehr oft die Worte "Nahrungsspezialist, "Futterverweigerer" und "Problemtier". Zu diesem Sachverhalt kann ich immer noch ausdrücklich raten: Finger weg von Farmzuchten. Es werden in Deutschland mittlerweile ausreichend Nachzuchttiere angeboten, so dass man sie nicht aus der Natur entnehmen muss, was auch bei Farmzuchten, dem sogenannten Ranching, geschieht. Hierbei werden trächtige Weibchen aus der Natur entnommen, in dem Ranching Betrieb zur Eiablage gebracht und sollen (vielleicht) danach wieder in die Natur entlassen werden. Auch hierbei kann man geteilter Meinung sein. Einerseits ist die Bevolkerung abhängig von den Wildbeständen an Königspythons, da sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen, andererseits müssen die Tiere auch wirklich wieder in die Natur entlassen werden.
Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung, dass wir mittlerweile genug Nachzuchten in Deutschland haben, die den Bedarf decken können.