Königsnatter - Zucht

Die Zucht

Königsnattern zu halten und ihr Wesen und ihre Verhaltensweise zu beobachten ist schon ein interessantes Hobby. Diese Tiere auch zu vermehren ist noch um ein vielfaches  aufregender. Obwohl die Königsnatter nicht vom Aussterben bedroht ist, sind Nachzuchten auch bei diesen Tieren sinnvoll um den Bedarf an Terrarientieren mit den Nachzuchten komplett abdecken zu können. Jedoch sollte man hierbei sehr gezielt

und bedacht vorgehen, um den Markt nicht noch zusätzlich mit Tieren zu überschwemmen, die keiner haben möchte und die den Preis so weit runter drücken, das das Individium nicht mehr geschätzt wird, sondern nur als billige Ramschware angesehen wird, bei der man sich überlegt, ob sich ein Tierarztbesuch lohnt, oder ob es nicht billiger ist, sich in Todesfall eine neue Schlange zu kaufen.

Voraussetzungen für die Zucht ist weiterhin ein gut genährtes, gesundes Weibchen mit einem Gewicht um die 200 g. Oftmals werden die Schlangen zu früh verpaart. Die Bildung der Eier entzieht dem Weibchen so viel Energie, dass sie, wenn sie zu jung verpaart wird, derart geschwächt wird, dass sie für ihr ganzes Leben im Wachstum zurückbleibt, oder im schlimmsten Fall zu Tode kommt. Deshalb ist eine gute konditionelle Erscheinung unabdingbar. Bei Männchen ist diese Größe nicht erforderlich, da es für das Männchen nicht so energiezehrend ist. Ob das Männchen zu dem Weibchen gesetzt werden sollte, oder umgekehrt wird teilweise heftig diskutiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Männchen in der Regel die aktiveren Partner sind und so setze ich die Männchen immer zu den Weibchen. Das Männchen kriecht auf das Weibchen und führt den Hemipenis in die Hemiclitoris des Weibchens ein. Die Geschlechtsorgane sind bei den Schlangen immer paarweise ausgelegt. Männchen haben immer 2 Hemipeniss und die Weibchen immer 2 Hemiclitoren. Bei der Paarung wird aber immer nur eine Seite benutzt. Die Paarung kann sich über einige Minuten bis zu einigen Stunden hinziehen und über mehrere Wochen regelmäßig erfolgen.

Die Eiablage

Die fortschreitende Trächtigkeit erkennt man daran, dass die Schlange immer stärker an Umfang zunimmt. Es sieht so aus, als ob die Schlange ein zu großes Futtertier gefressen hat. Die Haut bzw. die Schuppen dehnen sich und es erscheint die helle Haut zwischen den Schuppen. Die meisten Königsnattern stellen während dieser Zeit jegliche Futteraufnahme ein. Falls sie wider erwarten dennoch fressen sollte, kann man sie auch füttern. Man sollte aber darauf achten, dass man nicht zu große Futtertiere anbietet, was auf Grund der schon großen Leibesfülle der Schlange leicht einzusehen ist. Am Anfang der Trächtigkeit kann das Futtertier etwas größer sein, zum Ende der Tragzeit sollte man die Fütterung dann einstellen, um die Schlange nicht noch über Gebühr zu beanspruchen. Die Trächtigkeitsdauer einer Königsnatter kann sehr variabel sein. Bei mir haben Königsnattern schon nach 35 Tagen wie auch nach 70 Tagen ihre Eier gelegt. Aus beiden Gelegen sind ganz normale Jungtiere geschlüpft. Ein großer Einflussfaktor für die Tragezeit ist die Haltungstemperatur, sie kann die Zeit erheblich verkürzen oder auch verlängern. Die normale Trächtigkeit liegt aber bei 55 Tagen.  Da die Königsnatter, wie die Mehrzahl aller Schlangen auch eierlegend (ovipar) und die Zeit bis zur Eiablage sehr variabel ist, muss relativ früh ein geeigneter Eiablageplatz eingerichtet werden. Der späteste Zeitpunkt zum Einrichten ist die Häutung der Schlange, die in der Regel 2 Wochen vor der Eiablage geschieht. Um die Schlange an den Eiablageplatz zu gewöhnen, sollte er aber schon 1 Woche früher eingerichtet werden. So eine Eiablagebox kann eine Plastikschale mit Deckel sein, in den man ein Loch geschnitten hat, oder aber nur ein umgestülpter Blumentopf. Wichtig ist ein geeignetes Substrat zu verwenden, welches auch die notwendige Feuchtigkeit zur Verfügung stellt. Das kann aus Vermiculit oder auch aus Shpagnum Moos bestehen, welches man vorher angefeuchtet hat. Diese Substrate sollten leicht feucht sein aber auf keinen Fall nass. Notfalls reicht auch ein Blumentof mit leicht feuchter Erde um den Zweck zu erfüllen. Vor der Eiablage sollte man sich überlegen, ob man die Eier im Terrarium belassen will oder eine künstliche Inkubation durchgeführt werden soll. Belässt man die Eier im Terrarium, muss man ständig für die richtigen Bedingungen bei den Eiern sorgen. Es muss eine Luftfeuchtigkeit über 90 % und eine Temperatur von ca. 28 °C herrschen. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass die Schlange die Eier später nicht mehr in der Lage verändert, da sonst die Embryonen ertrinken würden. Von einigen Stunden nach der Eiablage bis zum Schlupf darf die Lage nicht mehr verändert werden. Im Gegensatz zu den Vogeleiern , die durch ständige Drehungen ein Verwachsen des Embryos mit der Eihaut verhindern sollen, so ist dieses bei den Reptilien normal. Der Dotter im Ei ist schwerer als Eiweiß (Zytoplasma) und sinkt ab. Somit treibt der Embryo an die Oberseite des Ei und setzt sich dort fest. Würde jetzt die Lage des Ei verändert werden, sinkt der Dotter auf den Embryo und er ertrinkt. Um diese Risiken zu vermeiden, ist auf alle Fälle eine künstliche Inkubation vorzuziehen.

Die Inkubation

Um aber ein unabsichtliches Verändern der Lage zu vermeiden, falls die Eier nicht in einer Traube zusammen kleben, markiere ich die Oberseite der Eier immer mit einem ungiftigen Filzstift. So kann ich die Eier im Inkubator immer in die richtige Lage bringen. Einen Inkubator kann man leicht selber bauen. Im Internet gibt es viele Bauanleitungen, so dass ich hier nicht näher darauf eingehen möchte. Ganz einfach und höchst zuverlässig ist ein Inkubator nach der Aquarium Methode. Man überführt die Eier in einen geeigneten Behälter (Plastikbecher) der mit feuchtem Moos oder noch besser mit Vermiculit halb gefüllt ist. Die Eier werden in den Behälter mit dem Vermiculit gelegt, und bis zur Hälfte eingegraben. So kann ein genügender Feuchtigkeitsaustausch vom Substrat durch die Eischale in das Ei stattfinden. An dieser Stelle sei aber noch einmal darauf Aufmerksam gemacht, dass das Substrat nicht nass, sondern nur leicht feucht sein darf, da sonst das Ei verfault. Ist alles richtig gemacht, wird das Ei in den folgenden Tagen an Umfang zunehmen. Es nimmt Feuchtigkeit aus dem Substrat auf. Ein Ei sollte zumindest in den ersten Wochen immer voll und prall aussehen und erst einige Tage vor dem Schlupf einfallen. Bekommt es schon vorher starke Dellen, ist das Substrat zu trocken. Schnelle Abhilfe kann man schaffen, indem man ein leicht feuchtes Tuch über die Eier legt und gleichzeitig das Substrat etwas anfeuchtet. Es darf aber kein Tropfen Wasser auf die Eier spritzen, da sind sie sehr empfindlich. Die optimalen Inkubationsbedingungen liegen bei Königsnattern zwischen 27°C und 29 °C und die Luftfeuchtigkeit sollte immer über 90 % liegen. Im Laufe der Inkubation sollten die Eier immer schön weiß und prall bleiben. Erst in den letzten Tagen vor dem Schlupf fallen die Eier ein. Teilweise haben sie so starke Dellen, dass man sich nicht vorstellen kann, dass in diesen Eiern noch eine Schlange Platz hat. Das ist aber normal und zeigt an, dass es nicht mehr lange dauern kann. Einige Tage später sieht man längliche Schnitte in den Eischalen. Diese werden von den Schlangen mit ihrem Eizahn gemacht. Sie ritzen die Eischale an mehreren Stellen an und meist tritt an diesen Stellen etwas Eiweiß aus. Oft kann man auch beobachten, dass dort Luftblasen entstehen. Dieses zeigt an, dass die Jungschlangen auf Luftatmung umgestellt haben. Oft zeigt sich schon ein Köpfchen aus dem Schlitz. Die Schlange betrachtet ihre neue Umgebung erst einmal aus einer für sie gewohnten Umgebung und hat noch keine Eile, aus dem schützenden Panzer  heraus zu kriechen. Das kann 1-3 Tage dauern und man sollte der Schlange ihre Zeit dazu lassen. Ist sie soweit, den Schritt ins Leben zu vollziehen, wird sie es alleine schaffen. Die Zeit dient vor allem dazu, noch den restlichen Eidotter aufzunehmen, was für die Schlange besonders wichtig ist, da es für sie die Nahrungsreserve für die ersten Tage bedeutet. Nicht alle Eier kommen zum Schlupf. Bei einigen wartet man vergebens. Macht man die Eier dann auf, kann man häufig voll ausgebildete Schlangen vorfinden, die es nicht geschafft haben, die Eischale zu durchbrechen. Hier kann man lange darüber philosophieren, ob man die Eischalen vorher aufschneiden soll oder nicht. Soll man der Natur ihren Lauf lassen oder nicht. Oft kann man aber feststellen, dass tote Schlangen in den Eiern Defekte aufweisen, die sie lebensunfähig machen, oder zumindest stark behindern würden. Wer hat dann die Kraft, eine missgebildete Schlange zu töten? Wie man hierbei vorgeht, muss jeder für sich entscheiden, es gibt für beide Seiten ein Für und Wider.

Weitere Informationen finden Sie unter Baumpython - Inkubation.