Die Zucht

Das höchste Ziel eines Tierhalters ist in der Regel auch die Nachzucht. Der Grund dafür ist einerseits zu bestätigen, dass man für seine Pfleglinge auch die besten Haltungsbedingungen eingestellt hat, denn wenn es unseren Pfleglingen nicht gut geht, werden sie sich auch nicht reproduzieren. Nur unter den optimalsten Bedingungen werden wir es erreichen, dass sie sich paaren, die Eier heranreifen und nach der Ablage nach ca. 60 Tagen auch gesunde Tiere schlüpfen. Andererseits sollte der Bedarf an Tieren, besonders die, die dem Artenschutz unterliegen und die zur Zeit immer noch aus der Natur entnommen werden, zukünftig zu 100 % aus Nachzuchten bereitgestellt werden können. Hierbei muss man berücksichtigen, dass nicht nur die Tiere, die in die Terrarien kommen der Natur entnommen werden, sondern mindestens noch einmal die gleiche Anzahl während des Transports aus Stress, Wassermangel usw.zu Grunde gehen. Wenn man Königspythons züchten möchte, sollte man sich vorher vergewissern, ob man die Tiere auch verkaufen kann. Gerade die Wildfarbenen Tiere sind heute kaum noch abzugeben. Um Königspythons zu züchten, sind einige Vorbereitungen zu treffen.  Das Wichtigste für die Zucht ist neben den Haltungsbedingungen, dass man gesunde und ausreichend genährte Tiere in ausreichender Anzahl hat. Es reicht meistens nicht, nur ein Pärchen zu besitzen. Oft verstehen sich die Tiere nicht und man wartet dann vergebens auf den Nachwuchs. Falls sich zwei Tiere nicht verstehen, ist es von Vorteil, wenn man die Möglichkeit hat, dass man Tiere austauschen kann. Ein Python regius Männchen erreicht seine Geschlechtsreife mit 1,5 - 2 Jahren. Bei den Weibchen sollte man schon 2,5 - 3 Jahre abwarten. Es sollte, um den Stress der Reproduktion gesund zu überstehen, mindestens 1200g, besser noch 1500g auf die Waage bringen. Hierbei ist das Gewicht entscheidender als das Alter. Ein Weibchen mit 2,5 Jahren und 1500 g ist besser als ein Tier mit 1200 g und 3,5 Jahren. Je schwerer das Weibchen ist, desto bessser ist es. Viele Züchter warten bis die Weibchen 1500 bis 1800 g haben. Den Männchen wird bei diesem Akt nicht so viel Energie abverlangt und er kann schon mit 1,5 Jahren und ca. 800 g eingesetzt werden. Das Geschlecht kann bei adulten Tieren eigentlich nur sicher über das Sondieren ermittelt werden. Dabei wird eine sterilisierte und gleitfähig gemachte Metallsonde in die Kloake des zu untersuchenden Tieres in Richtung Schwanzende  eingeführt. Dieses muss sehr vorsichtig geschehen. Eingeführt wird die Sonde so weit, bis man einen leichten Widerstand spürt. Bei dem Sondieren ist entscheidend, wie weit die Sonde in die Kloake eingeführt werden kann. Bei einem Weibchen kann sie nur 2-3 Schuppenlängen eingeführt werden, bei einem Männchen geht die Sonde jedoch wesentlich tiefer hinein. Hier sind es schon 5 oder mehr Schuppen. Das Sondieren sollte aber einer erfahrenen Person oder einem Tierarzt überlassen werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass beim Sondieren die Tiere verletzt werden, was zu einer Unfruchtbarkeit führen kann.

Zu junge Weibchen, die noch nicht  ausgewachsen sind, haben noch keine ausreichende Kondition, um diese kräftezehrende Situation zu überstehen. Sie können dabei an Erschöpfung oder Legenot sterben, oder werden in Ihrer Entwicklung so weit geschädigt, dass sie es nie wieder aufholen werden. Kleine Gelege und unterentwickelte Junge, die schlecht fressen und dadurch auch langsam wachsen, werden die Folge sein.

Der Königspython hält zwar keine ausführliche Winterruhe, aber die Paarungsaktivitäten hängen in starkem Maße von den umgebenden Einflüssen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie der Beleuchtungsdauer ab. Im Grunde kann man die Paarungsaktivitäten zu jeder Jahreszeit einleiten, jedoch ist der Herbst die beste Zeit dafür. Eingeleitet wird sie mit dem Absenken der Tagestemperatur um 3-4 °C und nachts 4-5 °C. Einige Züchter lassen die Tagestemperatur gleich und senken nur die Nachtwerte. Ebenfalls veändern viele Züchter die Luftfeuchtigkeit und die Beleuchtungsdauer. Sie wird stufenweise von 12-14 Std. auf 8-10 Std. reduziert. Dieses kann unterstützend wirken, bewiesen ist das jedoch nicht. Die Luftfeuchtigkeit ist m.E. ebenfalls ein sekundärer Faktor. Viele Züchter erhöhen während der Paarungszeit die Feuchtigkeit, was, wie sie meinen, die Paarungsaktivitäten noch verstärkt.

Passt das Pärchen zusammen und stimmen die Umweltbedingungen, dann wird es bald zu den ersten Paarungsaktivitäten kommen. Die Pythons werden sich in den nächsten Wochen noch mehrmals hintereinander paaren. Interessant ist auch, dass die Hodengröße des Männchens über das Jahr hin unterschiedlich ist. Durch die Umgebungsbedingungen wird das Wachstum angeregt. Stimmen die Bedingungen nicht, wird das Männchen paarungsunwillig sein. Bei der Paarung führt das Männchen einen seiner beiden Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Dabei gelangt das Sperma des Männchens in die Eileiter des Weibchens, in denen sie hochwandern, bis zu den Schalendrüsen, in denen sie deponiert werden S.Bild links. Bei den Weibchen sind die Geschlechtsteile (Gonaden) ebenfalls doppelt ausgelegt. Sie hat zwei Eierstöcke (Ovarien) und auch zwei Eileiter (Ovidukte). Die Eierstöcke sind langgestreckt und liegen leicht versetzt hintereinander. Am Ende der Eileiter in den sogenannten Trichtern (Ostrium tubare) liegen die Schalendrüsen. In diesen Drüsen kann das Weibchen das Sperma des Männchens über eine längere Zeit hin speichern. Dabei kann das Sperma je nach Schlangenart über einige Monate bis zu Jahren eingelagert und befruchtungsfähig (fertil) bleiben. Gelangen die Follikel in die Eileiter bzw. Trichter (Ovulation) werden sie von dem dort lagernden Sperma befruchtet. Bei den Säugetieren werden die Embryos durch den Mutterkuchen (Plazenta) ernährt. Schlangen haben jedoch keine Gebärmutter mit Plazenta. Hier gibt es die Müllerschen Gänge. Sie sind praktisch Eileiter, Gebärmutter und Scheide in einem. Sie transportieren nicht nur die Eier, sondern sie versorgen sie auch über Drüsen mit allen Nährstoffen wie Albumin (Aminosäuren), Proteinen Eiweiß) und Kalzium, was für den Schalenaufbau benötigt wird. Durch einen erhöhten Östrogenspiegel wird Dotter (Vitellogenin) von der Leber produziert und über das Blut zu den Follikeln transportiert. Als Energiereserve zur Produktion dieses Dotters werden auch die Fettreserven herangezogen, die die Schlange vor der Paarungszeit gebildet hat. Diese Fettreserven liegen in der Bauchhöhle der Schlange in der Nähe der Ovarien und der Nieren. Fehlen diese Fettreserven, kann die Schlange, um keinen Schaden durch die Trächtigkeit zu nehmen, das Wachstum der Follikel ganz unterdrücken oder sie wieder zurück bilden und resorbieren. Dieses zurückbilden kann noch bis zur Ovulation geschehen. 
Bei Säugetieren, so auch bei den Menschen sind eine gewisse Anzahl an Eiern in den Eierstöcken vorhanden, und es kommt regelmäßig zu Reifungen der Eier und zu Eisprüngen. Nicht so bei den Schlangen. Hier ist es so, dass die Follikel erst gebildet werden müssen. Dieses geschieht nur, wenn die äußeren Reizeinflüsse (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) genau stimmen. Die Eierstöcke bilden eine Vielzahl von Follikeln in unterschiedlicher Größe aus, die dann Dotter bilden und anfangen zu wachsen. Meiner persönlichen Meinung nach sollten bei den Schlangen auch Paarungen vorausgegangen sein, um das Follikelwachstum anzuregen. Die Hoden bilden neben dem Sperma auch Hormone, die für das sexuelle Verhalten verantwortlich sind. Dieses Hormone regen meiner Meinung nach das Follikelwachstum an. Erst wenn all diese Voraussetzungen vorhanden sind, fangen die Follikel in den Eierstöcken an zu wachsen und vor Allem wachen sie auch weiter. Dabei fangen die größten Follikel mit der Dotteraufnahme an. Je mehr Dotter vorhanden ist, desto mehr Follikel können "ernährt" werden. Das zeigt auch wieder, dass eine gut konditionierte Schlange mehr Eier bilden kann als ein nicht so gut genährtes Tier. Mit einem Ultraschallgerät kann man diese hervorragend sehen und weiter beobachten.
Im linken Ultraschallbild sieht man oben die vielen kleinen schwarzen Punkte. Dieses ist die Wirbelsäule der Schlange. Darunter sieht man 4 Follikel, die in dem Eierstock schön hintereinander liegen. Es sind in der Regel noch mehr Follikel vorhanden, sie gehen nur nicht auf das Ultraschallbild. Hier können in jedem Eierstock ohne weiteres 8-10 Follikel heranreifen, die aber zu Teil wieder resorbiert werden. Der Durchmesser beträgt bei diesen Follikeln ca. 13 mm. Sie wachsen heran, bis sie aus den Eierstöcken in die Trichter der Eileiter (Ostrium tubare) entlassen werden. Jetzt spricht man von der Ovulation oder dem Eisprung. Dieses wird bei ca. 45 - 48 mm der Fall sein. In einem Zeitraum von 1-2 Tagen verlassen alle Follikel die Ovarien. Erst in diesem Moment werden sie von dem Sperma, welches sich in den Schalendrüsen befindet, befruchtet. Erst jetzt ist das Weibchen trächtig. Bis dahin können die Follikel noch zurückgebildet werden. Während der Ovulation verdickt sich der mittlere Bereich der Schlange, so dass es aussieht, als ob die Schlange ein zu großes Futtertier verschlungen hat. Sie liegt oft ausgestreckt im Terrarium und man kann es ihr ansehen, dass ihr  unbehaglich ist. Dieser Zustand ist aber nach 1-2 Tagen vorbei. Diese Verdickung kommt daher, weil der Ausgang der Ovarien vorne ist und die Eier durch den am Anfang gekrümmten Eileiter wieder nach hinten geführt werden. Somit müssen sie an den Follikeln in den Eierstöcken vorbei nach hinten wandern. Hierbei liegen aber die Eier im Eileiter und die Follikel in den Eierstöcken nebeneinander, was die Schlange dicker werden lässt. Sind alle Follikel ovuliert, liegen sie wieder alle in den Eileitern hintereinander. Die Schlange ist jetzt tragend. Nach der  Ovultion kann auch das Männchen wieder entfernt werden.
Die befruchteten Eier wachsen in den Eileitern weiter heran. Sie werden jetzt mit einer Kalziumschicht überzogen und dadurch bekommen sie eine Schale. Nach der Ovulation sieht man die Schlange oftmals mit dem Bauch nach oben liegen, dass man in ersten Moment einen Schreck bekommt und denkt, dass die Schlange tot ist, oder zumindest kurz davor steht ( siehe Bild ). Diese Position scheint der Schlange in der Trächtigkeit besser zu behagen und man sieht sie oft auch nur mit einem Teil des Körpers verdreht liegen. Dieses ist aber noch kein 100 %iges Indiz für eine Trächtigkeit. Der im Bild gezeigte Konigspython hat die Follikel wieder zurückgebildet. Es wurden keine Eier gelegt. Da ich damals noch kein Ultraschallgerät hatte, konnte ich diesen Vorgang leider nicht dokumentieren.

Seit dem die Reptilien an Land leben, war es notwendig, dass die Eier vor Austrocknung und sonstige äußeren

Einflüssen geschützt sind. Dieses konnte nur durch eine Beschalung der Eier erreicht werden. Je nach dem, ob die Reptilien ovipar (eierlegend) oder vivipar (lebendgebärend) sind, ist die Beschalung mehr oder weniger ausgeprägt. Bei den Oviparen Reptilien sind die Eier meistens hart beschalt, bei den viviparen nur als dünne Membran ausgelegt, dass sie bei der "Eiablage" sofort zerplatzt und die Jungtiere voll entwickelt zur Welt kommen. Zwischen diesen Beiden gibt es natürlich fließende Übergänge. Die meisten Reptilieneier sind mit einer lederartigen Beschalung versehen. Diese Zwischenstadien wurden lange Zeit als ovoviviparie bezeichnet. Aus embryonaler Sicht ist der Fötus bei der Oviparie bei der Eiablage kaum entwickelt und bei der Viviparie schon vollständig. Bei der Ovoviviparie hat er meistens 1/3 seiner Entwicklung hinter sich, wenn die Eier abgelegt werden. Die restliche Entwicklung muss außerhalb des Körpers des Muttertieres erfolgen. Je stärker der Embryo bei der Eiablage entwickelt ist, desto kürzer ist die Inkubationszeit. Dieses ist aber von der Art des Reptils und nicht von den Umwelteinflüssen abhängig. Die Härte der Eischale hängt von der Menge des Kalziumcarbonats ab, das in der Mineralschicht ( Eischale ) eingebaut ist.
Direkt unter der Schale befindet sich die Eimembran. Diese schließt das Albumin (Eiklar) ein. Dieses Eiklar enthält ca. 98 % Wasser und dient dem Embryo als Wasserspeicher. Die Menge an Wasser wird durch die Eischale reguliert und kann je nach Umgebungsfeuchtigkeit im Substrat zu- oder abnehmen. Ist die Substratfeuchte zu gering, gibt das Ei Feuchtigkeit durch die Schale an das Substrat ab und fällt ein. Nimmt es Feuchtigkeit aus dem Substrat auf, wird das Ei größer. In dem Dotter bildet sich nach der Befruchtung die Keimzelle und wächst durch die Nährstoffe, die es aus dem Dotter bezieht, heran. Diese Keimscheibe heftet sich an dem oberen Punkt des Dotters fest. Dieses ist auch der Grund, dass man das Ei nach einer bestimmten Zeit nach dem Schlupf nicht mehr drehen darf. Würde man zu diesem Zeitpunkt die Lage verändern, würde es von dem Dotter erdrückt werden. Im Gegensatz dazu ist bei einem Hühnerei der Embryo an den sogenannten Hagelschnüren aufgehängt. Diese Hagelschnüre bewirken, dass das der Embryo  immer in der gleichen Position gehalten wird, da ein Drehen im Nest immer wieder passiert. Deshalb muß ein Vogelei auch immer wieder absichtlich gedreht werden, dass es sich gar nicht festsetzen kann. Ein Reptilienei liegt normalerweise im Erdreich oder in einem anderen Substrat und wird nicht bewegt. Daher braucht das Reptilienei diesen Meschanismus nicht.

Manche Züchter setzen das Männchen auch abwechselnd zu mehreren Weibchen. Ich bevorzuge folgenden Wechsel: 3 Tage zu Weibchen 1, 3-4 Tage wieder zurück. 3 Tage zu Weibchen 2 und nach 3-4 Tagen wieder zurück. 3 Tage wieder zu Weibchen 1 usw. In der Regel können so 3-4 Weibchen mit einem Männchen bepaart werden. 3-4 Wochen nach der Ovulation häutet sich das Weibchen. Diese Häutung nennt man "Postovulative Häutung" und zeigt an, dass in ca. 30 - 40 Tagen die Eier abgelegt werden. Spätestens jetzt sollte man dem Weibchen einen geeigneten Ablageplatz anbieten. Am besten einen Kasten, gefüllt mit Spagnum Moos,welches es in jeder gut sortierten Zoohandlung oder im Versandhandel zu kaufen gibt. Dieses Moos hält die Feuchtigkeit sehr gut, so dass man nicht jeden Tag nachfeuchten muss.

Die Zeit von der Paarung bis zur Eiablage liegt je nach Temperatur um die 130 Tage. Je höher die Temperatur, desto schneller geht es. Man sollte die Temperatur jedoch weiterhin um die 31/26 ° C halten.  Vor der Eiablage ist jedoch erst einmal eine Entscheidung zu treffen. Lässt man die Eier bei dem Muttertier in einer „Naturbrut“ oder inkubiert man die Eier künstlich in einem „Brutkasten“. Lässt man die Eier bei der Schlange, muss man ihr auch eine geeignete Möglichkeit dazu bieten. In der Natur bebrüten die Köpis ihre Eier in Erdhöhlen. In den Terrarien haben wir aber andere Voraussetzungen. Hierbei scheitert es meistens an der fehlenden Luftfeuchtigkeit, die die Eier zusammenschrumpfen lässt, bis sie absterben. Besprühen ist eine der Methoden, die Feuchtigkeit zu steigern, jedoch dürfen die Eier auch nicht nass werden. Die richtigen Bedingungen im Terrarium zu schaffen, ist kein leichtes Unterfangen, denn die Idealbedingungen für eine Inkubation sind ca.   31° C und eine Luftfeuchtigkeit über 90 %. Aus diesen Gründen habe ich mich generell für die künstliche Inkubation entschieden. Einige Tage vor der Eiablage wird das Weibchen unruhig und kriecht im Terrarium umher um einen geeigneten Ablageplatz zu finden. Die Gelegegröße reicht in der Regel von 4 bis 12 Eier. Sie ist von dem Alter und der Kondition der Schlange abhängig. 
Ist die Schlange kräftig und gut entwickelt und die Bedingungen bestens gewesen, kann man sich vielleicht wie in dem Bild links bei diesem Axanthic über ein Gelege mit 11 gesunden Eiern freuen. Ist das Gelege abgesetzt, was einige Stunden in Anspruch nehmen kann, ist die Schlange von den Eiern zu trennen. Wenn das Gelege schon einige Stunden alt ist, ist es entscheidend, die Lage der Eier nicht mehr zu verändern. In den ersten Stunden sind die Eier noch unempfindlich für Lageveränderungen, da sich der Embryo noch nicht festgesetzt hat. Danach kann eine Veränderung der Lage eine verheerende Wirkung haben. Unter Umständen kann der Embryo dabei im Ei "ertrinken". Ein weiteres Handicap ist eine Schlange, die unter allen Umständen ihre Brut verteidigen will. Diese beiden Probleme erfordern ein wenig Erfahrung und Unerschrockenheit. Ich nehme mit einen Deckel von einer Kunststoffbox und halte ihn so vor die Schlange, dass sie mich nicht beißen kann. Mit er anderen Hand markiere ich die Eier an der höchsten Stelle. Sind alle Eier markiert, nehme ich die Schlange und wickele sie von den Eiern ab. Geht man beherzt an die Sache, wird man auch nicht gebissen. Macht man es zu zögerlich, gewinnt die Schlange die Oberhand und beisst vielleicht zu. Hat man die Schlange von den Eiern getrennt, kann man sie problemlos wieder zurück in das Terrarium setzen. Damit die Schlange nicht noch einige Tage ihren Eiern „nachtrauert“, weil sie sie vielleicht noch riecht, säubere ich das komplette Terrarium danach. Hier kommt jetzt einer der großen Vorteile der künstlichen Inkubation zum Tragen. Die Schlange wird bald wieder Futter aufnehmen und kann sich so sehr schnell von dem Stress erholen. Bei einer Naturbrut wird sie wahrscheinlich über die gesamte Brutzeit keine Nahrung zu sich nehmen und wird dadurch sehr geschwächt.
Ist die Schlange von den Eiern getrennt, kommen sie in eine Box zum "Ausbrüten" in den Inkubator. Dabei werden sie so platziert, dass alle Punkte nach oben kommen und die Eier ihre ursprüngliche Lage wieder einnehmen. Die Schlupfbox kann ebenfalls mit feuchtem Vermiculit oder Moos ausgelegt sein. Die Eier werden halb eingegraben und kommen so in den Brutschrank. Entscheidend hierbei ist die Feuchtigkeit des Vermiculits. Wenn ich eine Box habe, in die ich 100 g Vermiculit eingefüllt habe, gieße ich die gleiche Menge an Wasser hinzu, so dass ich ein Verhältnis von 1:1 habe. Somit habe ich eine ausreichende Feuchtigkeit für die Eier. Vermiculit hat sowieso eine bakterienhemmende Eigenschaft, so wird die Inkubation dadurch noch unterstützt. Ebenso kann man auch die substratlose Inkubation anwenden.
Dabei benutze ich einen Grumbach Behälter in dem unten etwas Wasser eingefüllt wird und auf dem Lochblech kommen die Eier (Hier ein Gelege eines Baumpythons zu sehen). Dieses kommt dann in den Brutschrank. Sehr einfach lässt sich das Ganze in einem Inkubator nach der Aquarienmethode inkubieren. Ein kleiner Nachteil ist dabei, dass sich bei diesen Behältern Feuchtigkeit am Deckel und an den Seitenwänden absetzt. Damit diese Feuchtigkeit nicht auf die Eier tropft und sie dadurch verderben, muss man den Deckel alle 2 Tage abwischen oder durch einen Ersatzdeckel austauschen. In diesen Behältern erreicht man ohne Probleme über 95 % Luftfeuchtigkeit. Die Feuchtigkeit muss unbedingt über 90 % sein, da sonst die Eier Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben und einfallen. Ist das zu stark, wird der Embryo absterben. Falls die Eier Dellen bekommen, dann kann man auch ein leicht angefeuchtetes Tuch über die Eier legen und so die Feuchtigkeit erhöhen. Innerhalb von 1-2 Tagen werden die Eier wieder Feuchtigkeit aufnehmen und prall aussehen.

Über die optimalste Inkubationstemperatur wird viel diskutiert. Besonders wichtig ist aber eine sehr konstante Temperatur. Ich stelle meinen Thermostat auf eine Temperatur von 31,2 °C und lasse sie die gesamte Zeit über konstant. Im linken Bild kann man deutlich die Adern eines fertilen Eis sehen, welche den Embryo versorgen. Sieht das Ei so aus, ist noch alles in Ordnung. Viele Züchter lassen die Temperatur am Anfang etwas höher um sie am Ende der Brutzeit wieder etwas abfallen zu lassen. Aber auch hierbei gilt der Spruch, dass viele Wege nach Rom führen. Oft hat man mit einer Methode angefangen und behält sie dann bei und schwört auf sie. Ich denke, dass in Laufe der Zeit die Nachzuchten immer unempfindlicher gegenüber Schwankungen in den Bedingungen im Vergleich zu den Wildfängen von früher geworden sind. Ich bevorzuge diese doch relativ niedrige Temperatur weil ,ich die Erfahrung im Laufe der Jahre gemacht habe, dass dann etwas kräftigere und widerstandsfähigere Nachzuchten aus den Eiern kommen. Generell kann man aber sagen, dass die Inkubationszeit sich verlängert, je niedriger die Temperatur ist. Auch sollte man sich nicht unbedingt auf die Anzeige des Thermostaten verlassen. Die Temperatur im Behälter des Geleges kann von der im Inkubator erheblich abweichen. Ebenso sollte man sich nicht auf die Anzeige der Meßgeräte verlassen. Zwischen einzelnen Geräten und Typen kann man leicht Unterschiede von 2-3 °C feststellen. Man sollt sich unbedingt ein verlässliches Thermometer (Fiebertermometer etc.) besorgen, und die Abweichungen aller anderen Geräte dazu notieren.

Nach 55 - 60 Tagen, wiederum abhängig von der Tempera-

tur, sollten die Eier wie in dem Bild links aussehen. Sie sollten etwas eingefallen sein. Das ist der Zeitpunkt, dass die ersten Pythons aus ihren Eiern schlüpfen. Sie bedienen sich dabei ihres Eizahns, mit dem sie die Eischale aufschlitzen. Man sieht dann oft Luftblasen aus den Schlitzen kommen, die zu erkennen geben, dass die Jungtiere auf Lungenatmung umgestellt haben. Oft schaut erst ein Kopf aus dem Ei heraus, jederzeit bereit, wieder in der Eischale zu verschwinden. In dieser Situation darf man die Kleinen auf keinen Fall stören. Sie fühlen sich noch in ihrer Eischale sicher und da sollte man sie auch noch belassen. Nach 1-2 Tagen kommen sie alleine aus ihrer Hülle gekrochen. Diese Zeit wird auch noch genutzt, um den Dottervorrat aufzubrauchen. Nach 3 bis 4 Tagen dürften alle Kleinen geschlüpft sein. Ich separiere sie dann einzeln in Aufzuchtbehälter von der Größe 35 x 24 x 10 cm. Ich habe aber auch schon mal 1 Woche und länger warten müssen, bis der letzte geschlüpft ist. Auch kommt es schon mal vor, dass es ein Jungtier nicht schafft, die Eihülle zu durchbrechen.
Auch hierbei wird oft kontrovers diskutiert, ob man die Eischale aufschneiden soll oder ob man der Natur ihren Lauf lassen sollte. Schneidet man sie auf, sollte man die Schlangen danach vollkommen in Ruhe lassen, damit sie sich noch vollständig entwickeln und den Dottersack aufzehren können. Die Gefahr beim Aufschneiden ist auch, dass man eine Ader durchtrennt und es anfängt zu bluten. In der Regel hört dieses aber nach kurzer Zeit wieder auf. Schneidet man es nicht auf, kann es sein, dass das Tier erstickt. Es kann vorkommen, dass die Jungschlangen nicht genug Enzyme vor dem Schlupf abgeben. Dadurch weicht die Schale nicht genug auf und die Schlange hat Probleme, die harte Schale mit dem Eizahn zu durchtrennen. Man sollte vor dem Schlupf die Schale etwas drücken und fühlen, ob sie schön weich ist oder nicht.  Ich denke, die Entscheidung mit dem Aufschneiden sollte jeder für sich treffen, beides hat Vor- und Nachteile. In dem Bild links kann man ein Ei sehen, welches vorsichtig mit einer Nagelschere aufgeschnitten wurde. Im Ei sieht man einen Bumble Bee (Spider x Pastel), der kurz vor dem Schlupf steht. Ebenfalls sind die Adern gut zu sehen, die den Embryo versorgen.

Weitere Informationen finden Sie unter Baumpython - Inkubation und Kornnatter - Zucht

 

 

 
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